Titel: Verschwommene Erinnerung. / 40 cm x 30 cm / Abstrakte Kunst / Öl und Acrylfarbe
„Verschwommene Erinnerung“ erkundet die Themen Identität, Erinnerung und kulturelle Entfremdung. Der in diesem Werk dargestellte Elefant ist nicht bloß ein Tier, sondern ein Symbol für Herkunft und Zugehörigkeit. Als Tochter von Migranten und Teil der ersten Generation, die in einem anderen Land aufwächst, spiegelt dieses Gemälde das allmähliche Verblassen der kulturellen Identität wider, das durch Assimilation entstehen kann.
Als Kind prägte der Wunsch nach Zugehörigkeit meine Entscheidungen – Sprache, Essen und Gemeinschaft. Mit der Zeit führte diese Sehnsucht zu einer stillen Entfremdung von meinen Wurzeln: der Sprache, die ich nicht lernte, den Traditionen, die ich nicht pflegte, und der Geschichte, die mir nie vermittelt wurde. Mit dem Erwachsenwerden kam die Reflexion, und mit der Reflexion die Erkenntnis, dass kulturelle Identität weit über oberflächliches Wissen hinausgeht. Sie findet sich im Stolz, im Widerstand gegen Scham und im Mut, das eigene Erbe offen anzunehmen.
Der Elefant verkörpert in meiner Vorstellung seit Langem Sri Lanka, geprägt von bruchstückhaften Erinnerungen und der Perspektive eines Touristen. In diesem Gemälde ist der Elefant bewusst verblasst, fast auflösend dargestellt, seine Form weichgezeichnet und teilweise verdeckt. Traditionell mit lebendigen Landschaften und kulturellem Reichtum assoziiert, erscheint er hier in einer gedämpften Farbpalette aus Grau, Beige und Weiß. Diese zurückhaltenden Töne und die verblasste Ausführung spiegeln das Verblassen der Erinnerung wider – der Sprache, der Geschichte und des Zugehörigkeitsgefühls.
Dieses Werk spiegelt die Erfahrung vieler Menschen in der Diaspora wider: den fragilen Raum zwischen Erinnern und Vergessen und den andauernden Prozess der Wiedererlangung der eigenen Identität.